Flash Fiction und Kurzgeschichten
Wir sitzen gemeinsam am Esstisch. Es gibt Abendbrot. Ich frage sie, wie es in der Schule war. Sie schaut stumm auf ihr Handy. Ich frage sie erneut, mit lauterem Ton. Dann reagiert sie. Sie nimmt die Kopfhörer aus dem Ohr.
„Würdest du dich hier begraben lassen oder würdest du einen klassischen Friedhof bevorzugen?“ fragt sie mich nach einem kurzen Moment der Ruhe.
Ich mache mir darüber selten Gedanken und wenn doch, dann sind sie nie sehr tiefgründig. Der Tod ist für mich zu weit entfernt, obwohl ich weiß, dass Lebenszeit niemals gewiss ist.
„Der Kleine isst sein Eis.“ sagt sie und zeigt mit den Augen auf den Jungen vor uns. Sein Gesicht ist völlig verschmiert mit Schokoladeneis. Ich lache in mich hinein. Schön, wie ungeniert man noch als Kind ist. Da ist es dir egal, wie du aussiehst. Hauptsache es schmeckt. Wen kümmert‘s? Ihn jedenfalls nicht. Er genießt. Ich beneide ihn ein wenig.
Sie stand plötzlich aber nicht unerwartet vor meiner Türe. Wir hatten uns verabredet, zu einem Shooting ihrer neuen Tattoos. Ob ich am Wochenende spontan Zeit hätte, fragte sie mich am Freitag. Ein unangenehmes Gefühl machte sich damals in mir breit.
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